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Amnesty International: China steigert Waffenexporte

In einer Pressemitteilung stellte Amnesty International am 12. Juni 2006 einen neuen Bericht zu chinesischen Rüstungsexporten vor und wies darauf hin, dass sich China in kurzer Zeit zu einem der bedeutendsten Rüstungslieferanten weltweit entwickelt habe. Auch Kleinwaffen würden exportiert. So seien z.B. um die Jahreswende 2005/2006 etwa 25.000 Schnellfeuergewehre und 18.000 Granaten an die nepalesischen Sicherheitskräfte geliefert worden, obwohl dort zur gleichen Zeit Soldaten und Polizisten die friedlichen Demonstrationen brutal unterdrückt hätten.

LKW, die im August 2005 an den Sudan geliefert worden seien, würden möglicherweise in den Krisenregionen des Landes zur Vertreibung und Ermordung der Zivilbevölkerung benutzt. Fahrzeuge, die ebenfalls 2005 an die Militärjunta in Birma geliefert worden seien, könnten laut Amnesty International bei der Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten zum Einsatz kommen.

Im Bericht werden auch exemplarisch Fälle aufgelistet, in denen Pistolen – hergestellt vom chinesischen Rüstungsriesen Norinco – wahrscheinlich ins Ausland geschmuggelt und dann bei Gewalttaten in Südafrika und Malaysia verwendet wurden. Auch Deutschland habe Kleinwaffen aus China erhalten, heißt es weiter. Oft arbeiteten westliche Firmen mit der Volksbefreiungsarmee und der chinesischen Regierung zusammen, das Waffenembargo würde auf diese Weise unterlaufen.

Der Bericht „China: Sustaining conflict and human rights abuses. The flow of arms accelerates“ findet sich unter:

http://web.amnesty.org/library/index/engasa170302006

Updated: 14. Juni 2006 — 21:10
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