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Berliner Tagesspiegel: Leserbrief zu „Killerspielen“

Dieser Leserbrief von Robert Lindner wurde am 26.11.2006 vom Berliner Tagesspiegel veröffentlicht:

Ich verstehe, dass bei der Debatte über ein Verbot von Killerspielen gemahnt wird, nicht die skandalösen Kontrolllücken des realen Waffenhandels zu vergessen. Ein Blick in die Werbung einer großen Medienkette zeigt aber, in welchem Umfang realitätsnahe Waffengewalt bereits zu unserer Alltagskultur gehört. Alleine fünf PC-Spiele, die sich Jugendliche offensichtlich zu Weihnachten wünschen sollen, sind Ego-Shooter oder unverblümt gewaltverherrlichende Kriegssimulationen. Die Coverbilder zeigen herumballernde Soldaten, die Werbetexte heizen die Lust am Gemetzel noch an. Was ist noch im Angebot? Mehrere Car-Crash-Spiele, in denen den Bildern zufolge anscheinend mit Autos statt mit Gewehren auf Leben und Tod gekämpft wird, sowie Fantasy-Abenteuer mit den üblichen martialischen Schwerthelden. Und selbst die Fußballer beim Soccer-Game posieren wie finstere Ghettokämpfer. Solange solcher Müll offen verbreitet werden darf, muss man sich nicht wundern, wenn schon Achtjährige brutale Gewalt normal finden. Klar, über Internet sind noch viel schlimmere Spiele illegal verfügbar, das ist kaum zu unterbinden. Dennoch: Es ist höchste Zeit für ein Verkaufs- und Werbeverbot. Es muss unmissverständlich klar sein, was unsere Gesellschaft toleriert und was nicht. Menschenverachtende Gewaltspiele sollten nicht dazugehören.
Robert Lindner, Berlin-Friedrichshagen

Weitere Leserbriefe, die der Berliner Tagesspiegel veröffentlicht hat, finden sich unter:

http://www.tagesspiegel.de/lesermeinung/archiv/26.11.2006/2905595.asp

Updated: 26. November 2006 — 21:22
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