RüstungsInformationsBüro

Informationen zu Waffenproduktion und Rüstungsexporten

Kritische AktionärInnen: „Wir kaufen keinen Mercedes!“

Pressemitteilung zur Pressekonferenz am Dienstag, den 03.04.2007, in Berlin
Kritische Daimler-Aktionäre fordern auf Hauptversammlung
Rücktritt von Zetsche und starten Aktion „Wir kaufen keinen Mercedes!“

„Daimler nicht nur ohne Chrysler, sondern auch ohne Zetsche“ fordern die in Stuttgart
ansässigen Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC) am kommenden
Mittwoch in ihren Gegenanträgen auf der Hauptversammlung in Berlin. Gleichzeitig
kündigt der KADC auf dem Aktionärstreffen den Start der Aktion „Wir kaufen keinen
Mercedes“ an, wegen der Beteiligung der DaimlerChrysler-Tochterfirma EADS an der
Entwicklung von Raketenwerfern für Streumunition.
„Wenn Daimler sich von Chrysler trennt, dann muss auch Vorstandsschef Zetsche seinen
Hut nehmen“, fordert KADC-Sprecher Jürgen Grässlin. Als Vorstandsmitglied im „System
Schrempp“ trage Dieter Zetsche die „volle Verantwortung für die gescheiterte Vision von der Welt-AG.“ Laut KADC-Beschäftigungsexpertin Beate Winkler-Pedernera sei „Zetsches
Sanierungspolitik des radikalen Abbaus von über 100.000 Arbeitsplätzen im Konzern ist
kläglich gescheitert, ein weiteres Verbleiben im Sessel des Vorstandsvorsitzenden nicht zu
rechtfertigen. Denn der Kurs von Zetsche mit immer weniger Mitarbeitern, immer mehr
Leistungen heraus zu pressen, verhindert eine nachhaltige Zukunftsoffensive“, befürchtet
Frau Winkler-Pedernera.
Dieter Zetsche trage zudem als langjähriger Vorstand „die volle Verantwortung für das Öko-Desaster einer in weiten Teilen völlig verfehlten Pkw-Produktpalette“, so KADC-Verkehrsexperte Alexander Dauensteiner. „Eine Analyse des Kraftstoffverbrauchs im Auftrag des KADC aller in Deutschland angebotenen 419 Modelle der Marken Mercedes, Maybach, smart, Chrysler, Dodge und Jeep zeigt, dass der Konzern die dringend notwendige Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs offenbar immer noch nicht erkannt hat.“ Das Ergebnis ist aus Sicht der Kritischen Aktionäre vernichtend: „Im Durchschnitt verbrauchen die 419 angebotene Modelle 9,7 l/100 km Kraftstoff. Nur etwa 4 Prozent der Modelle erreichen heute den von der EU angestrebten CO2–Ausstoß von 130 g/km.“
Wegen der Verwicklung in die Herstellung von Raketenwerfern für Streumunition über die
Daimler-Raumfahrt- und Rüstungstochter EADS startet der KADC gemeinsam mit mehreren Friedensorganisationen zur Hauptversammlung die Aktion „Wir kaufen keinen Mercedes“. Mit ihr sollen Autokäufer aufgefordert werden, solange keinen Mercedes zu kaufen, bis der Konzern aus der Produktion dieser Waffen aussteigt. Wer wie die DaimlerChrysler AG oder auch ihre Tochter EADS den United Nations Global Compact unterzeichnet und sich damit verpflichtet, Menschenrechte zu achten, darf sich nicht an Geschäften mit Landminen und Streumunition beteiligen“, sagt Thomas Küchenmeister vom Aktionsbündnis Landmine.de.
Mit freundlichen Grüßen Paul Russmann , KADC-Pressesprecher
Mehr Informationen unter www.kritischeaktionaere.de
Interviewwünsche unter 0173-71 35 237 oder unter 0176-28 04 45 23

Updated: 4. April 2007 — 08:45
RüstungsInformationsBüro © 2017 - Twitter: @Ruestungsinfo - youtube.com/ruestungsinfo - facebook.com/ruestungsinfo