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Kritische Aktionäre gegen Streumunition und Graumarktgeschäfte

Am Mittwoch den 26.03.2008 gab es in Stuttgart eine Pressekonferenz der kritischen Daimler-Aktionäre.

Aus der zeitgleich veröffentlichten Pressemitteilung (PDF):

Kritische Daimler-Aktionäre fordern von Vorstand Dieter Zetsche

  • Aufklärung über Graumarktgeschäfte,
  • Ausstieg aus dem Geschäft mit grausamen Waffen
  • Vorfahrt für Klimaschutz.

„Den Ausstieg aus dem Geschäft mit grausamen Waffen, die lückenlose Aufklärung über alle Graumarktgeschäfte und Vorfahrt für Klimaschutz für alle Mercedes-Modelle“ fordern die Kritischen AktionärInnen Daimler (KAD) in ihren sechs Gegenanträgen auf der Hauptversammlung des deutschen Automobilbauers am 9. April in Berlin von Vorstand und Aufsichtsrat. Andernfalls will der KAD laut ihrem Sprecher Paul Russmann „Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigern“.

„Wegen der Verwicklung in die Herstellung von Raketenwerfern für Streumunition über die Daimler- Raumfahrt- und Rüstungstochter EADS“ übergeben die Kritischen Daimler Aktionäre in der Hauptversammlung dem Konzernvorstand Dieter Zetsche einen schwarzen Koffer mit über 2.500 unterschriebenen Boykotterklärungen potentieller Autokäufer „die solange keinen Mercedes kaufen wollen, so lange Daimler mit der Produktion dieser grausamen Waffen Geld verdient“.

„Eine lückenlose Aufklärung aller Graumarktgeschäfte“ verlangt Buchautor und KAD-Sprecher Jürgen Grässlin: „In der Ära des Vertriebsvorstands Zetsche, 1995 bis 1999, haben allein in der Deutschland weit größten Vertriebs Region West rund 75 Prozent aller Niederlassungen aktiv Mercedes- Graumarktgeschäfte betrieben. “Grässlin bezieht sich dabei auf Daimler-interne Dokumente. „Anstatt mit der juristischen Keule gegen Grässlin durch gerichtliche Unterlassungsverfügungen und gar Schmerzensgeldklagen vorzugehen“, fordert der Rechtsexperte des KAD, Holger Rothbauer, den Vorstand und Aufsichtsrat auf, „der Staatsanwaltschaft Stuttgart in den Ermittlungsverfahren gegen Dieter Zetsche die Fakten um die Graumarktgeschäfte auf den Tisch zu legen“.

„Von ‚Vorfahrt für den Klimaschutz’ kann keine Rede sein“, kritisiert KAD-Sprecher Russmann die weiterhin halbherzige Haltung des Daimler-Vorstandes zum Klimaschutz. Es fehlten überzeugende Lösungen zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs: „Bei der Entwicklung und Einführung der Bluetech-Technolgie und des Hybrid in weiteren Modellen handelt es sich um Einzelmaßnahmen – eine Gesamtstrategie zur nachhaltigen Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs über die gesamte Modellpalette fehlt nach wie vor“, so Russmann. Mitbewerber BMW dagegen biete mit ‚EfficientDynamics’ eine intelligente Kombination von Technologien an, die das Potenzial haben, über die gesamte Modellpalette den Kraftstoffverbrauch deutlich zu reduzieren.“

Massive Vorwürfe macht Mercedes-Betriebsrat Tom Adler dem Vorstand: „Während der Operating Profit Höchstmarken erreicht, wird die Gangart der Unternehmensleitung gegenüber der Belegschaft immer rücksichtsloser und bringt das Betriebsklima auf einen historischen Tiefstand. Ein Kostensenkungs- und Rationalisierungsprogramm jagt das andere: die noch vorhandenen leichteren Arbeitsplätze für ältere und verschlissene Mitarbeiter werden gestrichen oder fremd vergeben, wenn sie nicht als wert schöpfend betrachtet werden. Immer kürzere Arbeitstakte in den Produktionsbereichen verdichten die Arbeit und erzeugen schon bei jüngeren Kollegen Gesundheitsverschleiß.“

Paul Russmann KAD-Pressesprecher

Updated: 27. März 2008 — 11:31
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