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Tote und Verletzte durch Altmunition im Meer

Unter dem Titel

ALTE MUNITION: Tödliche Gefahr am Nordseegrund

berichtet SPIEGEL ONLINE über einen vergessenen/verdrängten Skandal, der seit dem 2. Weltkrieg hunderte Todesopfer und Verletzte gefordert hat.

“ 01. April 2008, 18:55 Uhr

ALTE MUNITION: Tödliche Gefahr am Nordseegrund

Auf dem Grund der Nordsee lauern offenbar bisher kaum bekannte Gefahren. Ein Meeresbiologe befürchtet, dass dort rund 400.000 Tonnen Munition liegen. Die militärischen Hinterlassenschaften werden zur Gefahr für Fischer und Touristen.

Emden – Bernsteinsammeln an der Nordseeküste kann gefährlich sein. „Bernsteine lassen sich auf den ersten Blick kaum von Phosphorklumpen unterscheiden“, sagt der Koblenzer Meeresbiologe Stefan Nehring. Weil sich das aus Brandmunition stammende Phosphor entzünde, sobald es getrocknet sei, könne es schwere Verletzungen verursachen, warnt der Umweltgutachter, der Munitionsaltlasten in der deutschen Nord- und Ostsee untersucht hat. Seine Erkenntnis: Auf dem Meeresgrund lauern tödliche Gefahren, über die bisher wenig bekannt ist.

Allein im Bereich der Nordsee zwischen Emden und der Insel Sylt seien seit 1945 mindestens 115 Menschen bei Munitionsunfällen ums Leben gekommen, sagt Nehring. Mindestens 35 Menschen hätten teilweise schwere Verletzungen erlitten. In einer Gesamtbilanz der Munitionsunfälle in der deutschen Nord- und Ostsee kommt der Meeresbiologe auf mindestens 581 Opfer nach dem Zweiten Weltkrieg, davon 283 Todesfälle. Zudem geht er von einer hohen Dunkelziffer aus, weil munitionsbedingte Verletzungen von Sporttauchern oder Phosphorunfälle in der Fischerei nicht ausreichend dokumentiert würden. Nehring kritisiert, dass (…)“ weiter …

Updated: 2. April 2008 — 11:04
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