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Geldmangel – Royal Airforce will Eurofighter weiterverkaufen

Die Financial Times Deutschland berichtet:

Jagdflugzeug zu teuer

Briten wollen Eurofighter verscherbeln

von Stephen Fidler, Sylvia Pfeifer und Alex Barker (London)

Großbritannien verhandelt insgeheim mit einigen interessierten Staaten über den Weiterverkauf einer beträchtlichen Zahl von Eurofightern. Einer der Interessenten ist Japan.

Weil die Belastung für den britischen Haushalt zu groß werde, beabsichtigt die Regierung, die kostspieligen Jagdflugzeuge des europäischen Konsortiums abzustoßen. Die Verhandlungen sind informierten Kreisen zufolge noch in einem frühen Stadium. Ein Weiterverkauf würde zwar Großbritannien seiner Finanzprobleme entledigen. Auch das Konsortium selbst könnte mit einem lukrativen Exportauftrag zufrieden sein. Die Strategie wirft aber Fragen auf, an welche Staaten die sensible Spitzentechnologie überhaupt weitergegeben werden dürfte. In jedem Fall braucht London die Zustimmung seiner Partner Deutschland, Spanien und Italien.


Im Rahmen des 1998 von den vier Ländern unterzeichneten Vorvertrages (MoU) über eine Gesamtproduktion sollen die Briten als nächstes weitere 88 Einheiten ihrer insgesamt 232 Eurofighter „Typhoon“ abnehmen. Im Fall einer Kehrtwende würde London schmerzhafte Bußgelder riskieren. Zugleich kämpft das Verteidigungsministerium mit einem Loch von 2 Mrd. Pfund in seiner Finanzplanung.

Zu den potenziellen Kunden, die Interesse signalisiert haben, zählen den Informationen von Sicherheitsbeamten zufolge Japan, Saudi-Arabien und Indien. Japan gehört zum treuen Kundenkreis der Amerikaner. Saudi-Arabien hat in Großbritannien bereits eine Bestellung über 72 „Typhoons“ laufen, die von BAE-Systems gebaut werden. Es könnten aber noch zwischen 48 und 72 weitere hinzukommen, bestätigten der saudischen Regierung nahestehende Kreise.

Der dritte Weg führt nach Indien, das gewöhnlich gute Rüstungsbeziehungen zu Russland unterhält aber auch von Frankreich als möglicher Abnehmer des von Dassault gefertigten Rafale-Jets hofiert wird. Das Land macht kein Geheimnis um seine Ambitionen, die heimischen Rüstungskapazitäten auszubauen, und wertet derzeit Angebote von fünf Herstellern für ein neues Kampfflugzeug aus.

Quelle: The Financial Times
Aus der FTD vom 20.08.2008
© 2008 The Financial Times

Updated: 23. August 2008 — 15:04
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