RüstungsInformationsBüro

Informationen zu Waffenproduktion und Rüstungsexporten

BND-Spion in illegale Rüstungsgeschäfte mit Iran verwickelt

Der SPIEGEL berichtet am 11. Oktober 2008:

FESTNAHME

BND-Spion in illegale Rüstungsgeschäfte mit Iran verwickelt

Aufregung in Geheimdienstkreisen: Eine Top-Quelle des Bundesnachrichtendienstes ist offenbar in illegale Rüstungsgeschäfte mit Iran verwickelt. Nach Informationen des SPIEGEL haben Zollfahnder den 61-Jährigen nun in Frankfurt am Main gefasst.

Hamburg – Am vergangenen Sonntag nahmen Ermittler des Zollkriminalamts auf dem Flughafen Frankfurt einen 61-jährigen Iraner fest, der in mehreren Fällen das iranische Raketenprogramm mit der Lieferung von Zubehörteilen unterstützt haben soll.

Unter dem Decknamen „Sindbad“ arbeitete der Iraner seit mehr als einem Jahrzehnt für den BND. Er gilt als einer der wichtigsten Zuträger des Dienstes, seine Informationen wurden in mehreren Fällen an Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) weitergeleitet.

Die Bundesregierung fürchtet aufgrund des Falls diplomatische Spannungen mit der Regierung in Teheran. Für „Sindbads“ Arbeit bezahlte der BND seit Mitte der neunziger Jahre ein Honorar von insgesamt rund einer Million Euro.

Erwägungen, das Ermittlungsverfahren gegen den Top-Spion aus übergeordneten Interessen zu stoppen, wurden fallengelassen. Bei einem Krisengespräch im April dieses Jahres bestand Generalbundesanwältin Monika Harms auf einer strafrechtlichen Verfolgung des Kaufmanns.

Der BND fürchtet nun um das Leben seines Informanten, wenn dieser nach Verbüßung einer zu erwartenden Strafe aus der Haft entlassen würde.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,583555,00.html

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten


Updated: 14. Oktober 2008 — 17:41
RüstungsInformationsBüro © 2017 - Twitter: @Ruestungsinfo - youtube.com/ruestungsinfo - facebook.com/ruestungsinfo