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Munition und Bomben mit abgereichertem Uran im Gazakrieg

Wie im Krieg gegen den Libanon im Sommer 2006 setzt die israelische Armee im Krieg im Gazastreifen wieder Uranmunition und Bomben ein. Die unterirdischen Tunnels gegen Ägypten werden unter anderem mit solchen gehärteten Bomben zerstört. Auch wenn der Krieg im Gazastreifen längst zu Ende sein wird, werden Menschen und Tiere unter dieser verschossenen Munition und Bomben zu leiden haben, durch die freigesetzten giftigen Nano Partikel des abgereicherten Urans. Auch israelische Soldaten werden an der toxischen Wirkung des abgereicherten Urans erkranken, wie viele Soldaten, die auf dem Balkan, im Irak, in Afghanistan und im Libanon im Einsatz waren. Die Vergiftung durch abgereichertes Uran wird auch den Bewohnern Ägyptens zu schaffen machen, denn die Gebiete in der die Tunnels von Israel zerstört wurden, bei Rafah und Kerem Shalom, sind auf der ägyptischen Seite auch stark besiendelt.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Edmund Lengfelder, Vorsitzender des Otto-Hug-Strahleninstitutes München
und Prof. für Strahlenbiologie an der Ludwig-Maximilian-Universität München hielt am 29. November
2008 an einer Veranstaltung im Kantonsspital Zürich einen Vortrag unter anderem auch zu den Wirkungen
von Munition und Bomben, die abgereichertes Uran enthalten.

Bei dem Verdampfungsprozess beim Aufschlag von Bomben und Munition enstehen aus Uran so kleine (Nano) Partikel, die überall im Körper hingelangen, nicht nur zu den Lymphozyten, auch zum Gehirn, zur Leber, auch zum Sperma und zu den Eizellen – sie dringen auch durch die gesunde Haut. Die Nanopartikel aus Uranoxid, die in dem Metallrauch entstehen, können eingeatmet die Luft-Blut-Schranke in der Lunge überwinden, in Körperzellen eindringen und eine maximale Strahlendosis an das Gewebe abgeben. Nanopartikel aus Metallen kommen in der Natur nicht vor und unser Immunsystem hatte von daher über die Jahrmillionen keine Gelegenheit zu lernen, damit umzugehen. In der Folge steigt das Risiko an einem Tumor zu erkranken mit jedem nicht reparierten Zellschaden. „Der Körper vergisst Strahlung nie“, so Prof. Lengfelder, das haben die Opfer von Hiroshima, Nagasaki und Tschernobyl gezeigt. In Deutschland scheint derzeit als Spätfolge der Tschernobyl-Katastrophe die Zahl der Menschen mit Schilddrüsenkrebs zuzunehmen; kurz nach der Katastrophe nahm beispielsweise in Berlin die Zahl mongoloid geborener Kinder zu.

Rückblende:

Leukämiefall und Kuhsterben auf dem Ochsenboden, nicht durch Uranmunition?

Uranmunition wurde auch auf dem Ochsenboden bei Unteriberg in der Schweiz verschossen. Ungefähr 10 Kilogramm Uran hat die Oerlikon-Bührle AG im Ochsenboden bei Unteriberg für Tests verwendet. Das radioaktive Material war in den maximal 100 Geschossen enthalten, die das Zürcher Rüstungsunternehmen zwischen 1966 und 1970 in die Schwyzer Erde geschossen hat.

Laut Suva bestand kein Zusammenhang mit dem Leukämiefall, der aufgetreten war und laut dem Bundesamt für Gesundheit hatte das Kuhsterben auf dem Ochsenboden auch nichts zu tun mit dem Testen von radioaktiver Munition. Der damalige Leiter der Schiessanlage auf dem Ochsenboden von Oerlikon Contraves erkrankte an Leukämie. Zu dieser Zeit habe keine Gefahr für Mensch, Tier oder Umwelt bestanden, erklärte ein Vertreter des Schwyzer Amts für Umweltschutz, des Bundesamtes für Gesundheit, der Suva und der Oerlikon Contraves Pyrotec AG („Gefahrloser“ Ochsenboden, von Thomas Bolli, Tages Anzeiger, 17.1.2001)

Die Ursache für den Tod von fünf Rindern wurde gemäss einer Untersuchung auf die Verwendung von Trocken- oder Silofutter zurückgeführt, die zu viel Alpenkreuzkraut enthalten habe. Die dadurch bewirkte tödliche Leberzirrhose bei den Rindern sei auch andernorts aufgetreten.

Nach heutigen medizinischen Erkenntnissen hatte der Leukämiefall und das Rindersterben auf dem Ochsenboden sehr wohl etwas zu tun mit dem Testen von radioaktiver Munition. Eine neue Untersuchung wäre von Nöten. Dabei ist zu beachten, dass speziell die Giftigkeit des abgereicherten Urans menschlichen und tierischen Organismen zu schaffen macht, nicht nur die Radioaktivität des abgereicherten Uran.

H. Frei



Updated: 14. Januar 2009 — 13:44
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