RüstungsInformationsBüro

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TV-Tipp »Allein gegen die Waffenindustrie – Der Kampf des Jürgen Grässlin«

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) zeigt am 10. und 16. Mai 2009 in seiner Sendereihe tag7 diesen Film von Katja Duregger.

Weitere Sendetermine:

  • EinsExtra/ARD: Samstag, 6. Juni 2009, (in der Nacht von Freitag auf Samstag!)
    • 0:30 bis 1:00 Uhr
  • Phoenix: Mittwoch, der 10. Juni 2009,
    • 13:30 bis 14:00 Uhr
    • 18:00 bis 18:30 Uhr

In der Ankündigung des WDR heisst es:

Allein gegen die Waffenindustrie

Der Kampf des Jürgen Grässlin

(…)

Was kaum jemand weiß: Deutschland ist weltweit die Nummer Drei der Waffenexporteure – Umsatzprognose steigend, selbst in der Krise. Einer, der sein bürgerschaftliches Engagement im Widerstand gegen die Produktion von Kriegsmaterial sieht, ist Jürgen Grässlin. Mit ungebrochener Vehemenz stellt sich der Realschullehrer schon seit über 25 Jahren gegen deutsche Waffenhersteller wie die Firma Heckler & Koch oder Großkonzerne wie die Daimler AG.

Eine zermürbende Aufgabe, für die er sich in seiner Freizeit engagiert – ehrenamtlich auch als Vorsitzender diverser Friedensgruppen wie der Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdiensgegnerInnen oder dem Deutschen Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen. Ein Kampf „David gegen Goliath“.

Zerstörerische Geschäfte

Vor kurzem konnte Jürgen Grässlin den Einsatz deutscher Waffen auch im Georgien-Krieg nachweisen. Der ehemalige Grünenpolitiker wird nicht müde, die Verkaufspraktiken und Waffenbaulizenzvergaben der deutschen Rüstungskonzerne öffentlich anzuprangern und ihnen ihre zerstörerischen Geschäfte vorzuhalten.

tag7 begleitet den überzeugten Kriegsgegner zu Protesten in der Industrie und auf seinem Weg in Krisengebiete. Wie erfolgreich kann ein einzelner Mensch gegen eine große Industrie antreten?

Ein Film von Katja Duregger
Redaktion: Johanna Holzhauer

Stand: 30.04.2009

Mehr zum Thema:

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Hierzu schreibt Jürgen Grässlin in einem Rundschreiben:

JG-Rundmail, Freiburg, den 3. Mai 2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute freue ich mich sehr, Ihnen nach den TV-Dokumentationen »Einer gegen Daimler« (1998) und »Das G3 im Visier« (2004) den dritten biografischen Film über meinen und unseren Kampf gegen Waffenexporte ankündigen zu dürfen.

In keinem anderen Bereich als bei Rüstungsexporten zeigt die Regierung eines Landes unverblümter ihr wahres Gesicht. Denn kein anderer Politik- und Wirtschaftsbereich ist – gemessen an der Zahl der Toten und Verstümmelten – folgenschwerer, als der der Waffenlieferungen an andere Staaten. Die Bundesrepublik Deutschland, deren politische Führung sich nur allzu gerne als weltweiten Vorreiter bei Frieden und Abrüstung in den Vordergrund stellt, steht auf Platz 3 der Weltwaffenexporteure und liefert hemmungslos Waffen selbst an menschenrechtsverletzende Staaten und in Krisen- und Kriegsgebiete. Mit diesen Waffen werden fernab unseres Landes tagtäglich Menschen getötet. Mit ihrer Zustimmung zum Export deutscher Gewehre, Panzer, U-Boote, Militärhubschrauber und Kampfflugzeuge heizt die Bundesregierung kriegerische Auseinandersetzungen an – zum Profit der eigenen Rüstungsindustrie.

Damit diese moralisch verwerfliche Politik ein Ende findet, konfrontieren Friedensorganisationen wie die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, das RüstungsInformationsBüro, Ohne Rüstung Leben, die Kritischen AktionärInnen Daimler und das Deutsche Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen die Verantwortlichen in Politik und Rüstungsindustrie mit den Folgen ihres Handelns. Auch wenn David gegen Goliath kämpft, können wir doch beachtliche Erfolge vorweisen, wie der Film »Allein gegen die Waffenindustrie« exemplarisch belegt.

INFORMATIONEN ZUR TV-DOKUMENTATION
»Allein gegen die Waffenindustrie – Der Kampf des Jürgen Grässlin«
Ein Film von Katja Duregger

Am Sonntag, den 10. Mai 2009 (16:25 bis 16:55 Uhr), und am Samstag, 16. Mai 2009, 09.30 – 10.00 Uhr (Wdh.), zeigt der WDR in seiner Sendereihe tag7 den Fernsehfilm »Allein gegen die Waffenindustrie – Der Kampf des Jürgen Grässlin«.

Die Filmemacherin Katja Duregger und ihr Team begleiteten mich im April 2009 bei einer weiteren Reise nach Türkisch-Kurdistan, wo mit Einsatz von H&K-Waffen zehntausende von Kurdinnen und Kurden getötet wurden. Erstmals konnte mir der Gewerkschafter und frühere Lehrer Hayrettin Altun sein im Bürgerkrieg völlig zerstörtes Heimatdorf Narlica zeigen – ein angesichts der damit verbundenen menschlichen Schicksale bis heute tief traurig stimmender Anblick. Wie ich erfahren musste, dient das G3-Gewehr in den Händen türkischer Sicherheitskräfte bis zum heutigen Tag als Symbol der Unterdrückung der Kurden – schussbereit bei Militärkontrollen an Straßen und zur Abschreckung gegen friedliche Demonstranten.

Heckler & Koch – Deutschlands tödlichste Firma – und die Bundesregierung haben den Tod von mehr als 1,5 Millionen Menschen zu verantworten. Alle 14 Minuten stirbt ein weiterer Mensch durch eine Kugel aus dem Lauf einer H&K-Waffe. Der Film zeigt unsere Protestaktionen gegen Heckler & Koch im Rahmen der Kampagne »60 Jahre Heckler & Koch: Kein Grund zum Feiern!« mit der »Maskerade des Todes« mitten in der Waffenstadt Oberndorf. Vorbei ist die Zeit, da H&K von der Öffentlichkeit Waffen unbemerkt in alle Welt liefern konnte.

Die Daimler AG ist der größte Anteilseigner des Rüstungsriesen EADS. Bei der Daimler-Hauptversammlung in Berlin konnte ich dem Daimler-Vorsitzenden im April 2009 die Postkarte »Dieter Zetsche – Deutschlands größter Waffenhändler« persönlich übergeben und ihn einladen, mit mir in ein Kriegsgebiet zu reisen, in dem Daimler-Waffen eingesetzt werden. Zudem nahm Bodo Uebber, designierter Aufsichtsratschef der EADS und Daimler-Finanzvorstand, meine Einladung zu einem Gespräch über Daimler/EADS-Waffenexporte an menschenrechtsverletzende Staaten an. Der Kampf geht also weiter – auf der Basis wahrnehmbarer Erfolge!

Produktion: Bildersturm, Köln;
Redaktion: Johanna Holzhauer

Weitere wichtige Informationen siehe

KONTAKTE

Kontakt Katja Duregger: kduregger@aol.com
Weitere Informationen zu den Filmen von Frau Duregger finden Sie unter
www.bildersturm-film.de/de_content/bs_aktuell.html

Kontakt JG: j.graesslin@gmx.de
Tel.: 0761-76 78 208 und Mob.: 0170-611 37 59

Beste Grüße aus Freiburg

Jürgen Grässlin

Updated: 4. Juni 2009 — 23:06
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