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USA führend beim Rüstungs-Export

Die Stuttgarter Nachrichten befassen sich am 7.9.2009 mit der führenden Rolle der US-Rüstungsfirmen beim internationalen Waffenhandel:

Hauptlieferant für Entwicklungsländer

USA beim Waffenhandel Top

Washington – Die US-Rüstungsindustrie hat im Krisenjahr 2008 ihren Export um 50 Prozent gesteigert. Zwei Drittel aller Waffenverkäufe weltweit kommen inzwischen aus den Vereinigten Staaten.


Zwei Drittel aller Waffenverkäufe auf internationalen Märkten sind 2008 aus den USA gekommen. Das geht aus einem Bericht für den US-Kongress hervor. Weltweit wurden 2008 Waffen für 55 Milliarden Dollar (38 Milliarden Euro) gehandelt, 39 Milliarden (27 Milliarden Euro) davon kamen von US-Unternehmen. Das ist eine Zunahme der US-Exporte um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als die Ausfuhren der US-Waffenschmieden 25 Milliarden Dollar betrugen. Die globalen Waffenlieferungen nahmen dagegen im Krisenjahr 2008 um etwa sieben Prozent ab.

Der Exporterfolg der US-Waffenindustrie in einem schrumpfenden Markt war nicht nur auf größere Neubestellungen durch Kunden im Nahen Osten und in Asien zurückzuführen. Ein großer Teil des US-Waffengeschäftes ist auf einen Folgeeffekt früherer Verkäufe zurückzuführen. Jahrelang haben die USA die Welt mit mehr Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen, Panzern und Gewehren versorgt als ihre Konkurrenten. Nun brauchen diese Kunden amerikanische Wartungsdienste, Erneuerungen, Munition und Nachlieferungen. Als Folge ist die Rüstungsindustrie eine der wenigen Branchen, in denen die amerikanische Industrie besser ist als ihre Wettbewerber.

Länder des Nahen und Mittleren Ostens stehen demnach an der Spitze der Einkäufer von US-Waffen. Die Vereinigten Arabischen Emirate waren die größten Abnehmer amerikanischer Waffen – mit fast zehn Milliarden Dollar, darunter ein Luftabwehrsystem für satte 6,5 Milliarden Dollar. An zweiter Stelle steht Saudi-Arabien mit Waffen-lieferverträgen über neun Milliarden Dollar, gefolgt von Marokko mit mehr als fünf Milliarden.

Auch in den Entwicklungsländern ist die Position der US-Hersteller stark. Sie verkauften laut dem Bericht 2008 mehr als 70 Prozent aller Waffen – für rund 30 Milliarden Dollar -, die insgesamt an Entwicklungsländer geliefert wurden. Alle Waffenproduzenten zusammen lieferten 2008 für 42 Milliarden Dollar Waffen in die ärmsten Länder, was eine nur leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr darstellt.

Die Konkurrenten folgen dem Weltmarktführer mit großem Abstand. Derzeit ist Italien die Nummer zwei der Waffenverkäufer. Es hat 2008 Rüstungsgüter für rund vier Milliarden Dollar verkauft. Russland liegt laut dem Report mit 2,5 Milliarden Dollar an dritter Stelle, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Zum Vergleich: Damals waren es elf Milliarden Dollar.

Russlands Abstieg als Waffenhändler zeige, wie sehr die Rezession dessen wichtigste Kunden China und Indien sowie seine neuen Kunden wie Venezuela getroffen habe, so die Studie.

Welche Stellung die US-Rüstungsindustrie mittlerweile in den USA einnimmt lesen Sie in den „Stuttgarter Nachrichten“ vom 8. September.

John Dyer

Updated: 9. September 2009 — 12:06
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