Sie sind hier: pfeilDAKSpfeilBrosch re
Stand: 26.02.2005

Hintergrundinfo zur DAKS Broschüre "Im Visier: Heckler & Koch"

Die Firmengeschichte von Heckler & Koch

11. Januar 1782 Erstmalige urkundliche Erwähnung der Siedlung »Actum Obarindorf villa publice« am Neckar.

26. Dezember
1805

Mit dem Frieden von Preßburg fällt Oberndorf mit Napoleons Zustimmung an Württemberg.
31. November
1811
Beginn des Umbaus des säkularisierten Augustinerklosters zur »Königlichen Waffenfabrik«. Im Jahr darauf wird die Gewehrfabrikation aufgenommen.
1872 Gründung der Firma Gebrüder W. & P. Mauser durch die Brüder Wilhelm und Paul.

 

28. Dezember 1949 Eintrag der Firma Heckler & Koch GmbH in Oberndorf am Neckar ins Handelsregister. Firmengründer sind die drei ehemaligen Mauser-Ingenieure Edmund Heckler, Theodor Koch und Alex Seidel.
2. Juli 1951 Vorführung des ersten Prototyps für das spätere G3 vor dem spanischen Diktator Francisco Franco.
1952 Verlagerung der Firmenzentrale aus dem engen Neckartal in den oberhalb gelegenen
Stadtteil Oberndorf-Lindenhof.
1953 Konzeption des CETME-Gewehrs.
Juli 1955 Beginn der Serienfertigung von 5.000 Sturmgewehren für die spanischen Streitkräfte.
1958 Nach den Jahren des Verbots der Rüstungsproduktion erwirbt der Bund die Lizenz für das Sturmgewehr G3.
30. September 1959 Nach der Einigung des Bundesverteidigungsministeriums (BMVg) mit H&K über die Lieferung von 150.000 G3 im Januar 1959 werden im September die ersten G3- Gewehre ausgeliefert. Das G3 wird zur Standardwaffe der Bundeswehr.
2. Juli 1960 Tod des Firmenmitbegründers Edmund Heckler.
1961 Erste G3-Lizenzvergabe an das Regime des Diktators Salazar in Portugal.
1963 G3-Lizenzvergabe an Pakistan.
1964 G3-Lizenzvergabe an Schweden.
1966 Der firmeneigene Schießplatz im 30 Kilometer entfernten Aixheim wird eingeweiht.
1967 G3-Lizenzvergaben an Norwegen, den Iran und die Türkei, wo der Nachbau des G3- Gewehrs bei der Firma MKE in Ankara erfolgt.
7. März 1967 Erste Vorgespräche zur Entwicklung eines neuen Gewehrtyps. In der Folge wird das G11 konstruiert.
1969 G3-Lizenzvergabe an Saudi-Arabien.
1970 G3-Lizenzvergaben an Großbritannien und Frankreich.
1971 G3-Lizenzvergabe an Thailand.
11. Februar 1972 MP5-Lizenzvergabe von Heckler & Koch an Großbritannien.
28. Dezember 1974 Beim 25-jährigen Bestehen beschäftigt das Unternehmen 2.000 Mitarbeiter.
1975 Eröffnung der US-Tochter Heckler & Koch Inc. in Arlington, Virginia.
1976 Laut Hinweisen in der Militaria-Presse erfolgt vermutlich zu diesem Zeitpunkt die G3- Lizenzvergabe an Brasilien. Der Zeitpunkt der G3-Lizenzvergabe an Malaysia bleibt unbekannt.
Oktober 1976 Tod des Firmenmitbegründers Theodor Koch.
9. September 1977 Vertragsunterzeichnung zum Bau einer Fabrik zur G3-Fertigung in Griechenland.
1979 G3-Lizenzvergabe an Mexiko.
1979 Entscheidung zur Errichtung eines H&K-Firmengebäudes in Chantilly in Virginia.
19. Dezember 1980
Als letzter Eigner tritt Alex Seidel in den Ruhestand.
1981 Anfang der 80er Jahre erfolgt die Trennung von militärischer und ziviler Fertigung. Zusammenfassung des zivilen Maschinenbaus mit dem Sektor Anlagenbau zum Heckler & Koch Maschinen- und Anlagenbau. Die Waffenproduktion ist Kerngeschäft des Unternehmens.
1981 G3-Lizenzvergabe an Birma (Myanmar).
1983 MP5-Lizenzvergabe von Heckler & Koch an die Türkei.
August 1983 Verlegung des Geschäftsbetriebs in den USA von Arlington nach Chantilly.
1985 MP5-Lizenzvergabe von Heckler & Koch an Saudi-Arabien.
1986 Ausgliederung des zivilen Geschäftsbereichs Elektronik in die Heckler & Koch Elektronik GmbH.
1988 H&K hat G3-Ausfuhrgenehmigungen für 80 Staaten erhalten, in 15 Staaten darf das Gewehr in Lizenz gefertigt werden.
1989 Auf Grund der schlechten Auftragslage muss die H&K Inc. ihr Werk in Chantilly verkaufen und nach Sterling umziehen.
4. April 1990 Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung bestätigt die Truppenverwendbarkeit des H&K-Gewehrs G11.
Dezember 1990 Bei der H&K GmbH arbeiten 1.248 Mitarbeiter.
Januar 1991 Der Bundesrechnungshof empfiehlt, dass »die Beschaffung des Gewehres G11 noch nicht eingeleitet werden« soll. Im gleichen Monat zieht sich die GIAT Industries aus den Übernahmeverhandlungen mit H&K zurück. H&K steht vor dem Konkurs.
6. März 1991 Die von CDU-Repräsentanten mit arrangierten Verkaufsverhandlungen führen zur hundertprozentigen Übernahme von H&K durch Royal Ordnance (British Aerospace Plc., heute BAe Systems) zum 1. Januar.
Juni 1992 Umstrukturierung des Handfeuerwaffenbereichs bei Royal Ordnance zur »Small Arms
Business Unit«.
Juni 1993 Nach einer bundesweiten Kampagne des RIB e.V. gegen die Einführung des Gewehrs G11 mit hülsenloser Munition begründet ein Sprecher der Hardthöhe die Nichtbeschaffung des G11 mit der »mangelnden Möglichkeit zur Standardisierung innerhalb der NATO«.
20. Juni 1994 H&K-Geschäftsführer Walter Lamp wird vor dem Landgericht Rottweil vom Vorwurf des illegalen Exports von 1.118 Maschinengewehren ohne Schlagbolzen in die Vereinigten Arabischen Emirate freigesprochen, für den der zweite Geschäftsführer
Moser verantwortlich gemacht wird. Die Verantwortung wird auch dem Bundeswirtschaftsministerium angelastet, das den Export stillschweigend geduldet hatte.
30. Juni 1994 Die ersten der 14.200 P8-Pistolen werden an die Bundeswehr geliefert.
1. Februar 1995
Rolf Gminder wird neuer Vorsitzender der H&K-Geschäftsführung.
Mai 1995 Mitglieder des RIB e.V. erreichen das Verbot des Söldnermagazins Soldier of Fortune für den deutschen Markt, in dem auch H&K geworben hat.
13. Dezember 1995 Fristlose Entlassung des H&K-Geschäftsführers Rolf Gminder wegen unerlaubten Waffenbesitzes.
September 1996 Einführung des ersten Fertigungsloses des G36 bei den Krisenreaktionskräften (KRK) der Bundeswehr. In den Jahren danach G36 im Einsatz bei Out-of-area-Interventionen der KRK, z.B. im ehemaligen Jugoslawien und in Afghanistan.
Mai 1997
G36-Gewehre werden bis März 1998 in Spanien Sicherheitstests und Felderprobungen unterzogen.
Juli 1997 Fertigstellung der neuen H&K-Werkshalle auf dem Lindenhof.
2. Dezember 1997 H&K wird mitgeteilt, dass die G36-Produktion für die Bundeswehr von bislang 10 000 auf 22.000 Stück im Jahr 1999 erhöht werden wird.
Juli 1998 Das 50.000. G36 wird bei H&K ausgeliefert.
Sommer 1998 Genehmigung der Lizenzfertigung von 500.000 HK33 bei MKE in der Türkei durch die von Helmut Kohl geführte Bundesregierung.
Juli 1998 Das G36E (Export) soll neue Standardwaffe der spanischen Armee werden.
seit 1999 Erste MP5K (Kurzversion) werden in Pakistan gefertigt.
12. Februar 1999 Offizielle Bekanntgabe: Das G36E wird im einheitlichen Kaliber 5.56 mm x 45 zur neuen Standardwaffe der spanischen Armee.
seit Juli 1999 Verhandlungen über den Verkauf von H&K durch Royal Ordnance.
Sommer 1999 Scheitern der Verkaufsgespräche mit der Rheinmetall AG.
Dezember 1999 50-Jahr-Feier Heckler & Koch.
Sommer 2000 Auch die Verhandlungen über den Verkauf von H&K an die US-Firma Colt’s Manufacturing Co. Inc scheitern.
23. August 2000 Nachdem die rot-grüne Bundesregierung den Bau einer 90 Millionen DM teuren Munitionsfabrik für kleinkalibrige 5.56 mm-Munition für die HK33-Gewehre bei MKE genehmigt hat, wird in Ankara der Vertrag zwischen Fritz Werner (Geisenheim) und dem türkischen Verteidigungsministerium unterzeichnet.
Herbst 2000 Als erste Firma erhält H&K den »Deutschen Arbeitsplatz-Investorpreis für besonderes Engagement im chwerbehindertenbereich«.
9. März 2001 In Oberndorf Unterzeichnung eines Vertrags zur Modernisierung von 200.000 britischen Gewehren »zur Kampfwertsteigerung«.
7. Mai 2002 Bekanntwerden der Entscheidung des Bundessicherheitsrats zur Untersagung der von H&K beantragten Ausfuhrgenehmigung von G36E nach Nepal.
Juli 2001 In New York findet die erste UN-Konferenz zum Thema Kleinwaffen statt. Die Folgekonferenz ist für das Jahre 2006 geplant.
17. Juli 2002 Auf Anweisung der rot-grünen Bundesregierung werden beim Ebersbacher Abfallbeseitigungsunternehmen Inast die ersten von insgesamt 400.000 Überschuss- G3 der Bundeswehr vernichtet.
6. Dezember 2002 Bestätigung des Verkaufs von Heckler & Koch an eine neu gegründete H&K Beteiligungs-GmbH. Zu den Eigentümern zählen die H&K-Geschäftsführer Ernst Mauch und Dr. Dirk Holzknecht, der Waschmittelproduzent Andreas Heeschen sowie der britische Waffenhändler Keith Halsey.
2003 Start der von der rot-grünen Bundesregierung genehmigten Fertigung von jährlich rund 50.000 Patronen für die 5.56 mm HK33 in der Türkei.
Februar 2004 Spatenstich für das neue HK-Waffenwerk bei Columbus im US-Bundesstaat Georgia.
2004 Bei der Empresa Nacional Santa Barbara werden im Zeitraum von 1999 bis etwa 2004 100.000 G36E für die spanischen Streitkräfte gefertigt.
Dezember 2004 Abschluss der Fertigung von GMG 40mm Granatwerfern von Heckler & Koch in Griechenland im Rahmen einer Lizenzvereinbarung über 178 Millionen Dollar.
2004 Bei planmäßigem Verlauf werden ab Ende des Jahres 200 Mitarbeiter in Columbus/Georgia Handfeuerwaffen vornehmlich für den US-Markt fertigen. Mit der US-Produktion sollen neue Aufträge für die US-Army generiert werden.
2005 Voraussichtliche Einführung des neuen Sturmgewehrs XM8 bei der US-Armee, das auf der Grundlage des G36 entwickelt wurde. Gemeinsam mit einem Firmenkonsortium (u.a. Alliant Techsystems ATK, USA) wird der neuartige Granatwerfer XM25 erprobt.
Später sollen beide Waffen zu einem Waffensystem “Objective Individual Combat Weapon” (OICW) kombiniert werden.
2006 Zweite Kleinwaffenkonferenz der Vereinten Nationen in New York
2021 Geplant ist die Herstellung von rund 900.000 XM8-Gewehren im neuen H&K-Waffenwerk in Columbus bis Anfang der 20er Jahre.

Jürgen Grässlin, André Maertens

RüstungsInformationsBüro e.V.
Stühlingerstr. 7, Postfach 5261, 79106 Freiburg, rib@rib-ev.de