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Die im DAKS versammelten Organisationen haben für den jetzigen Bundestagswahlkampf Prüfsteine für das Thema Kleinwaffen aufgestellt. Wir hoffen, dass möglichst viele Wahlberechtigte ihre KandidatInnen vor Ort und die Parteien mit diesem Themenfeld konfrontieren und entschiedenes Handeln einfordern. Im Internet finden Sie unter http://www.rib-ev.de/ eine Version der Wahlprüfsteine, die als Briefanlage, Fax oder als E-Mail-Anhang genutzt werden kann. Vielen Dank für Ihr Engagement!
Im Rahmen des Bertha-von-Suttner-Kunst- und Medienpreises veranstaltet der DFG-VK-Bundesverband gemeinsam mit der Bertha-von-Suttner-Stiftung der DFG-VK sowie dem Internationalen Frauen-Friedensarchiv Fasia Jansen - IF-FA und dem Journalistenbüro Zeitzeuge Ende Oktober ein dreitägiges Seminar „Vom Kult der Gewalt zur Kultur des Friedens“, bei dem auch ein Workshop zum Themenkomplex Kleinwaffen, Rüstungsexporte, Kindersoldaten angeboten wird. Das Seminar richtet sich nicht nur an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Friedensbewegung, sondern steht darüber hinaus allen Interessentinnen und Interessenten offen.
Das bundesweit ausgeschriebene Seminar findet vom 28.10. bis 30.10.2005
in Frankfurt a. M. statt und wird vom Bundesministerium für Familie, Frauen,
Jugend und Senioren finanziell unterstützt. Der Teilnahmebeitrag
beträgt
20,- Euro. Die Plätze sind begrenzt. Um frühzeitige Anmeldung
(vorzugsweise per E-Mail) wird gebeten. Weitere Informationen über
den inhaltlichen Ansatz und den Ablauf des Seminars: „Vom Kult
der Gewalt zur Kultur des Friedens“ gibt es im
Internet.
Anmeldung und Information: E-Mail: thommes@dfg-vk Phone: +49-201-2696901
Fax: +49-201-2696902 Mobil: +49-171-4165746 Homepage: http://www.dfg-vk.de/
Postanschrift: DFG-VK Bundesgeschäftsstelle Schwanenstr.16 42551 Velbert
Wolfgang Schonecke, Netzwerk Afrika Deutschland
Im Rahmen der COARM-Verhandlungen, die auf eine Verbesserung des EU-Codex
für
Waffenexporte zielen, einigte sich die Arbeitsgruppe 2003 auf
strengere Richtlinien für Waffenvermittlungsgeschäfte (Brokering).
Die Bundesregierung bereitet die Umsetzung der EU-Richtlinien für
Deutschland vor. Erfreulicherweise soll die Regelung restriktiver
gefasst werden, als es die EU-Richtlinien verlangen. Besonders
positiv ist zu bewerten, dass künftig Vermittlungsgeschäfte von Kleinwaffen
von Deutschen, die im Ausland leben, einer Genehmigung seitens der deutschen
Regierung unterliegen sollen. Das war eine Forderung, die von IANSA und DAKS
seit langer Zeit erhoben wurde. Vermittlungsgeschäfte anderer Rüstungsgüter
können
allerdings weiterhin ohne Genehmigung getätigt werden.
Positiv zu bewerten ist auch, dass nach derzeitigen Informationen
Vermittler, die im Ausland EU- oder UN-Embargos brechen, in
Zukunft strafrechtlich verfolgt werden können.
Unklar bleibt, ob die strengeren Regeln für Waffenvermittlungsgeschäfte
durch eine Gesetzesänderung oder nur auf der Ebene administrativer
Vorschriften geregelt werden sollen. Immerhin ein positiver
Schritt auf dem Weg zur weltweiten Kontrolle des Waffenhandels!
Für die gemeinsame Kampagnenarbeit und die Koordinationsarbeit bei
DAKS werden weiterhin finanzielle Unterstützer benötigt. Wenn Ihre
Organisation noch nicht Mitglied von DAKS ist, wenden Sie sich an den DAKS-Koordinator
André Maertens
(Tel. 0761-7678088, ribfr@breisnet-online.de) und tragen
Sie durch einen regelmäßigen
Beitrag dazu bei, dass das Deutsche Aktionsnetz Kleinwaffen
Stoppen seine Arbeit fortführen kann. Natürlich sind auch einmalige
Spenden willkommen. Bitte überweisen Sie in diesem Fall auf folgendes
Geschäftskonto:
André Maertens/DAKS
Kto.-Nr. 101 297 44
BLZ 680 501 01
Sparkasse Freiburg
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
Interview mit Dr. Mathias John, Amnesty International
Im Interview beantwortet der ehrenamtliche Sprecher des Arbeitskreises „Rüstung,
Wirtschaft und Menschenrechte“ bei Amnesty International
Fragen zur aktuellen Rüstungsexportpolitik der
Bundesregierung und den Auswirkungen besonders von Kleinwaffenexporten.
Er beurteilt das Ergebnis des Staatentreffens 2005 und
nennt Aktionsmöglichkeiten für Menschen,
die gegen Kleinwaffen aktiv werden wollen.
Wie bewerten Sie die momentane Rüstungsexportpolitik
der Bundesregierung?
Leider hat es die jetzige Bundesregierung aus meiner
Sicht versäumt, die
eigenen Grundsätze und Regeln für Rüstungstransfers
im Sinne des Querschnittsthemas Schutz, Sicherung und
Förderung der Menschenrechte
konsequent anzuwenden. Es gab zwar einzelne positive
und sicherlich gut gemeinte Ansätze – so
die Novellierung der Politischen Grundsätze für
den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern
im Jahr 2000 und die regelmäßige Veröffentlichung
eines Rüstungsexportsberichts
der Bundesregierung. Auf der anderen Seite ist Deutschland
aber immer noch einer der weltweit größten
Rüstungsexporteure. Der oben genannte
Rüstungsexportbericht belegt, dass immer noch
Lieferungen an problematische Staaten an der Tagesordnung
sind. Eine konsequente Berücksichtigung von
Menschenrechten, Gewaltprävention und nachhaltiger
Entwicklung als Kriterien für die Exportentscheidungen
ist nicht nachvollziehbar – es scheint,
wie schon unter den Vorgängerregierungen von Rot-Grün,
auch weiterhin der politische Wille zu fehlen, wirklich
nachhaltige Änderungen der Rüstungsexportpolitik
zu erreichen.
Auch von der mit Beginn der Veröffentlichung der Rüstungsexportberichte
reklamierten neuen Transparenz bleibt bei näherem
Hinsehen nur ein erster Ansatz übrig. Die Berichte
haben zwar über die Jahre an Informationsgehalt
zugenommen, enthalten aber nach wie vor erhebliche
Mängel. Noch immer
fehlen bei den Exportgenehmigungen Details zu Art und
Umfang der geplanten Lieferungen, zu Lieferanten,
zu Empfängern, zum Verwendungszweck und
zu Maßnahmen gegen eine Weiterverbreitung.
Welche Exporte sind unter Menschen-rechtskriterien
besonders gravierend?
Besonders besorgniserregend sind natürlich Exporte von sogenannten Kleinwaffen
und Munition an eine Reihe menschenrechtlich sehr
bedenklicher Staaten. So sind beispielsweise die Genehmigungen für
Kleinwaffen, Munition oder Waffenteile nach Ägypten, Saudi-Arabien,
Thailand, Malaysia oder Mexiko völlig unverständlich. Besonders
negative Beispiele sind die Genehmigungen für den Aufbau von Munitionsproduktion
in der Türkei und in Nepal.
Angesichts solcher Genehmigungen sind die Politischen
Grundsätze der
Bundesregierung zum Rüstungsexport kaum noch
das Papier wert, auf dem sie stehen.
Völlig unverständlich ist die von der Bundesregierung benutzte
Definition von Kleinwaffen, die Pistolen und Revolver nicht mehr einbezieht.
Dies ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel, zumal damit dem Verkauf dieser
Waffen, seien sie nun neu oder aus Überschussbeständen, Tür
und Tor geöffnet wird. Dem Vernehmen nach werden beispielsweise überschüssige „Alt”-Pistolen
nach Neubeschaffung solcher Waffen nicht wie andere Überschussbestände
an Gewehren oder Maschinenpistolen vernichtet, sondern weiter verkauft.
Sind Kleinwaffen ein Schwerpunkt bei Amnesty International?
Ein Schwerpunkt der präventiven Menschenrechtsarbeit von Amnesty International
(ai) ist der Einsatz gegen alle Arten von Rüstungstransfers,
die zu Menschenrechtsverletzungen und zum Bruch
des humanitären Völkerrechts beitragen
können.
Das richtet sich natürlich gegen die sogenannten
Kleinwaffen, gleichermaßen
aber auch gegen die Transfers anderer Waffensysteme – seien
es nun gepanzerte Fahrzeuge, die gegen friedliche
DemonstrantInnen eingesetzt werden oder Hubschrauber,
die im Empfängerland bei völkerrechtswidrigen
Einsätzen genutzt
werden. Über die Lieferungen der militärischen „hardware“ hinaus
hat ai auch sonstige Leistungen für Militär,
Polizei oder andere Sicherheitskräfte im Blick,
beispielsweise Ausbildungshilfen und finanzielle
oder logistische Unterstützung. Im Zusammenhang
mit Polizeiausrüstung
spielen zunehmend die sogenannten „nicht-tödlichen
Waffen“ eine
Rolle. ai beobachtet mit Sorge die Verbreitung
moderner Elektroschockwaffen und -geräte,
die bei Polizei oder anderen Sicherheitsorganen
verwendet werden. Die Sorge gilt vor allem der
Intransparenz bei Beschaffung und Einsatz, den
unabsehbaren Auswirkungen mit nicht kalkulierbaren
Gesundheitsschäden
und den Gefahren unverhältnismäßigen
Einsatzes solcher Geräte,
die dann leicht zu Misshandlungen oder Folter führen können.
War das Staatentreffen 2005 aus Ihrer Sicht ein
Erfolg? Wie schätzen Sie
die UN-Konferenz 2006 ein: was kann z.B. die Kampagne für ein „Abkommen
zur Kontrolle von Rüstungstransfers“ erreichen?
Leider bildet das Staatentreffen 2005 keine positive
Ausnahme in der langen Reihe internationaler Konferenzen:
Wir müssen auch hier eine eher zwiespältige
Bilanz ziehen. Natürlich ist es erfreulich, wenn unsere Forderungen nach
verbindlichen einheitlichen internationalen Kontrollsystemen für Rüstungstransfers
zumindest für die Kleinwaffen und leichten Waffen aufgegriffen werden.
Immerhin haben 13 weitere Staaten ihre Unterstützung für ein international
verbindliches Abkommen zur Kontrolle von Rüstungstransfers (Arms Trade
Treaty) erklärt – darunter endlich auch die Bundesrepublik Deutschland.
Auf der anderen Seite sind die konkreten Ergebnisse eher enttäuschend.
Die Regierungen der Welt tun immer noch zu wenig – selbst im Bereich
der sogenannten Kleinwaffen, die gerade wegen der katastrophalen Auswirkungen
auf der Agenda internationaler Foren bis hin zum Kleinwaffenaktionsprogramm
der Vereinten Nationen stehen. Ein konkretes Beispiel: Das lange verhandelte
Abkommen über Markierung und Nachverfolgung von Kleinwaffen, leichten
Waffen und Munition bleibt weitgehend zahnlos und bietet den bekanntermaßen
skrupellosen Waffenhändlern großzügige Schlupflöcher.
Auch hier wurde erneut eine Chance vertan, erste Schritte für wirksamere
Mechanismen zumindest für Transparenz und Kontrolle von Transferrouten
zu machen.
Zur Kampagne „Waffen unter Kontrolle“: Was können
Aktive in Deutschland tun?
Wir stellen immer wieder fest, dass die Arbeit
für die Menschenrechte
ohne öffentliche Unterstützung, ohne öffentlichen Druck auf
die politisch Verantwortlichen nur begrenzte Wirkung hat. Das gilt natürlich
besonders auch für eine internationale Aktivität wie die jetzt laufende
Kampagne „Waffen unter Kontrolle!”. Gerade jetzt in Wahlkampfzeiten
besteht natürlich eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Thematik
in die öffentliche Diskussion zu tragen – sei es in Gesprächen
mit den Kandidatinnen und Kandidaten, in Diskussionen
mit den jetzigen Regierungsmitgliedern oder
den VertreterInnen der Opposition oder beispielsweise
auch mit LeserInnenbriefen in der lokalen und überregionalen Presse. Und nicht
zuletzt können alle Aktiven auch ganz konkret „Gesicht zeigen” für
mehr Kontrolle und Transparenz von Rüstungstransfers – durch
die Beteiligung an unserer Internet-Fotoaktion der Millionen Gesichter
unter www.controlarms.org
Nach dem „Biennal Meeting of States on Small Arms and the Programme of
Action“ im Juli 2005 hat IANSA, das Internationale Aktionsnetzwerk zu
Kleinwaffen, einen Bericht über die diesjährige Konferenz herausgebracht.
Besonders hervorgehoben wird, dass weitere Regierungen ihre Unterstützung
für einen weltweiten Waffenkontrollvertrag
deutlich gemacht haben.
Der Bericht findet sich als pdf-Datei unter:
http://www.iansa.org/un/bms2005/BMS-report.pdf
Diese im Rahmen der Kampagne „Waffen unter Kontrolle“ bereits
im Juli 2005 erschienene Studie ist lesenswert und eignet sich gut als Einstieg
in das aktuelle Geschehen um den so genannten „Arms Trade Treaty“.
Dieser weltweit verbindliche Vertrag soll,
so die Initiatoren der Kampagne, die bisher
unkontrollierte Verbreitung von Waffen
durch den internationalen Waffenhandel
verhindern.
Die deutsche und englische Fassung finden
sich im Internet unter: http://www.oxfam.de/download/UNATTBerichtDEUTSCH.pdf
Unter dem Titel „Iraqi Body Count“ ist ein Dossier erschienen,
das die Anzahl und das genaue Schicksal der toten und verwundeten Zivilisten
im Irak seit dem Beginn der Invasion untersucht. Die Verfasser berufen sich
auf Pressemeldungen, die systematisch analysiert und aufgelistet wurden. Danach
seien die Mehrzahl der Toten und Verwundeten durch Bombenexplosionen und Artilleriebeschuss
gestorben. Ungefähr 8% der heutigen Gewaltopfer würden durch Kleinwaffen
(Handfeuerwaffen) verletzt oder getötet. Diese Waffen seien bei beinahe
allen Tötungen durch Kriminelle verwandt worden und hätten etwa 8900
Menschenleben gekostet. Durch die erhöhte Kriminalität stellten
Kleinwaffen wie z.B. automatische Gewehre daher eine der größten
Gefahren für Zivilisten im heutigen
Irak dar.
Das Dossier findet sich im Internet
unter
http://reports.iraqbodacount.org/a_dossier_of_civilian_casualties_2003-2005.pdf
Amnesty International berichtet zur
Lage von Kindern in Nepal
Ende Juli 2005 veröffentlichte Amnesty International einen Bericht zur
Lage der Kinder in Nepal. Im bereits neun Jahre währenden Konflikt zwischen
den Regierungstruppen und den maoistischen Rebellen, die Teile des Landes
kontrollieren, sind die Kinder immer wieder Opfer der Gewalt. Hierbei kommen
in hohem Maße Schusswaffen und Minen zum Einsatz, wie in den Berichten
der Betroffenen immer wieder bestätigt wird und wie in Konflikten dieser
Art heutzutage alltäglich. Auswirkungen des Krieges sind u.a. die Entführung
von Kindern und deren erzwungener Einsatz als Soldaten sowie die Ermordung
von Lehrern, Zerstörung der Schulen und damit der Bildungsinfrastruktur.
Eine weitere Folge der Kämpfe sind die Verschlechterung der wirtschaftlichen
Situation, der Gesundheit und der Ernährung
der Kinder.
Nicht zu vergessen ist, dass die
deutsche Bundesregierung bereits
die Lieferung einer Munitionsfabrik
und einer ballistischen Messanlage
sowie einer Reparaturwerkstatt für G36-Gewehre der Firma Heckler & Koch
genehmigt hat. Der beantragte Export
der G36-Gewehre wurde vom Bundessicherheitsrat allerdings 2002 untersagt.
Der gesamte Bericht findet sich im Internet:
http://web.amnesty.org/library/index/engasa310542005
IANSA weist darauf hin, dass auf dem vom 14. bis
16. September stattfindenden „World
Summit“, der von Vertretern der 191 UNO-Mitgliedsstaaten besucht wird,
die internationalen Schwerpunkte der nächsten fünf Jahre festgelegt
werden. Dabei könnte die wichtige Kleinwaffenproblematik übersehen
werden, vor allem, da die US-Regierung in den Vorgesprächen versucht,
das Kleinwaffenthema aus den bisherigen Textentwürfen zum World Summit
zu streichen. Informationen und Aktionsmöglichkeiten zu diesem Vorgang
können unter folgenden Adressen
gefunden werden:
http://www.iansa.org/campaigns_events/documents/Model-Lobby-Letter-WS2005.doc
http://www.iansa.org/media/IANSA-World-Summit-pr260805.pdf
http://www.reformtheun.org/
DAKS-Koordination
c/o RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.)
Postfach 5261
79019 Freiburg
Tel. 0761-7678088
E-Mail: ribfr@breisnet-online.de
Web: www.rib-ev.de/daks
WORLD VISION Deutschland
Am Houiller Platz 4
61381 Friedrichsdorf
Web: www.worldvision.de
Mitglied im DAKS sind:
...sowie weitere Gruppen aus dem Friedensbewegungs-, kirchlichen und entwicklungspolitischen Zusammenhang.
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