
Pressmitteilung vom 11.03.2004
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Gemeinsame Presseerklärung von
amnesty international, BUKO-Kampagne Stoppt den Rüstungsexport, medico
international, Deutsches Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen (DAKS), Deutsche
Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), AG
Rüstungsexport im Netzwerk Friedenskooperative, Kampagne gegen
Rüstungsexporte bei Ohne Rüstung leben, Oxfam Deutschland,
RüstungsInformationsBüro, terre des hommes
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Berlin, 11. März 2004 - "Konsequente Einhaltung der menschenrechtlichen, friedens- und entwicklungspolitischen Entscheidungskriterien" und "mehr Licht im Dunkel der deutschen Rüstungstransfers" fordern Friedens- und Menschenrechtsorganisationen aus dem ganzen Bundesgebiet anlässlich der Bundestagsdebatte zum Rüstungsexportbericht am 11. März 2004. "Die Bundestagsabgeordneten müssen dafür sorgen, dass die Regierung endlich die von ihr immer wieder verkündeten Maßstäbe einhält."
Der deutsche Rüstungsexportbericht für 2002 enthält aus Sicht der Organisationen nach wie vor erhebliche Mängel. Noch immer fehlen bei den Exportgenehmigungen Details zu Art und Umfang der geplanten Lieferungen, zu Lieferanten, zu Empfängern, zum Verwendungszweck und zu Maßnahmen gegen eine Weiterverbreitung. Verschleiert wird, was genau sich hinter den Sammelausfuhrgenehmigungen im Gesamtwert von rund 2,5 Milliarden Euro verbirgt, für die nicht einmal Kategorien und Empfängerländer bekannt gegeben werden.
Der Bericht belegt allerdings, dass immer noch Lieferungen an problematische
Staaten an der Tagesordnung sind. Eine tatsächlich konsequente
Berücksichtigung von Menschenrechten, Gewaltprävention
und nachhaltiger Entwicklung als Kriterien für die Exportentscheidungen
ist weiterhin nicht nachvollziehbar.
"Aus menschenrechtlicher Sicht völlig unverständlich
sind beispielsweise die Genehmigungen für Kleinwaffen oder
Waffenteile nach Ägypten, Mexiko, Saudi-Arabien, und Thailand
oder - im vierten Jahr in Folge - eine weitere Genehmigung für
`Herstellungsausrüstung für kleinkalibrige Munition´
nach
Nepal", sagte Mathias John, Rüstungsexperte von amnesty
international.
"Von 1998 bis 2002 hat Deutschland Kleinwaffenlieferungen im
Wert von rund 23 Millionen Euro in Staaten außerhalb der EU
und NATO genehmigt" kritisiert Paul Russmann, Sprecher des
DAKS "Damit bleiben die internationalen Bemühungen der
Bundesregierung zur Kontrolle des Kleinwaffenhandels im
Grunde Lippenbekenntnisse."
"Kritikwürdig sind auch die Genehmigungen für Panzermotorenteile und Munition und andere Rüstungslieferungen im Gesamtwert von 160 Millionen Euro nach Israel, die für die Kriegsführung im Brandherd Nahost einsetzbar sind", erklärte Andrea Kolling, Sprecherin der BUKO-Kampagne "Stoppt den Rüstungsexport".
Die Organisationen erwarten von Rot-Grün mehr Transparenz
schon im nächsten Rüstungsexportbericht, die genehmigten
Exporte müssen im Detail offengelegt werden. Sie fordern öffentliche
Rechenschaft auch über den weit größeren Komplex
sowohl militärisch als auch zivil nutzbarer Güter sowie
den Export
von Elektroschockwaffen oder Fesselwerkzeugen.
Die genannten Nicht-Regierungsorganisationen unterstützen die Forderungen jeweils im Rahmen ihrer eigenen Aufgabenstellungen und Mandate.
Für Nachfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an:
- ai-Pressestelle, Tel.: 030 / 42 02 48-306, Email: presse@amnesty.de
- BUKO-Kampagne Stoppt den Rüstungsexport, Andrea Kolling,
Tel.:
0421-326045, Fax: 0421-3378177
- Kampagne gegen Rüstungsexport bei Ohne Rüstung Leben,
Paul Russmann, Tel.:
0711 - 60 83 96, Fax: 0711 - 60 83 57, Email: orl-russmann@gaia.de