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Stand: 26.02.2005

Plattform des Freiburger Friedensforums

Das Freiburger Friedensforum (FFF), gegründet 1995, ist ein Zusammenschluß von Friedens-, Menschenrechts-, Dritte-Welt- und Asylgruppen sowie kirchliche Gruppen und Einzelpersonen. Wir verstehen uns als überparteiliche Organisation, jedoch sind parteiliche Orts- und Kreisverbände, die sich aktiv für den Frieden einsetzen zugelassen. Das FFF will auf den Zusammenhang von Aufrüstung und Sozialabbau, die Problematik von Ungerechtigkeit und Gewaltanwendung sowie unsere Mitverantwortung aus der Region Freiburg aufmerksam machen. Ziel ist es, die Ursachen dieser Fehlsteuerung mit zivilen Mitteln anzugehen und unsere Vorstellungen einer gewaltfreien, sozial gerechten und ökologisch intakten Welt weiterzuentwickeln.

Wir bekennen uns bei allen Aktionen, Schriften und Veranstaltungen eindeutig zum Prinzip der Gewaltfreiheit.

Weltweit führt eine ungerechte Weltwirtschaftsordnung zu Ausbeutung, Hunger und Not von Millionen von Menschen vor allem in den Staaten der sogenannten "Dritten Welt". Die Tatsache, daß derzeit mindestens 35 Kriege und Bürgerkriege toben, ist nur eine der schrecklichen Folgen dieses auf Gewalt und Ausbeutung beruhenden Systems.

Von März bis Juni 1999 beteiligte sich Deutschland erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder an einem Angriffskrieg und zwar am NATO Krieg gegen Jugoslawien. Im November 2001 wurde die Bereitstellung für den Antiterrorkrieg beschlossen – es folgte die Beteiligung am Afghanistankrieg. Mittlerweile hat Deutschland die Führung des Antiterroreinsatzes am Horn von Afrika übernommen. Auslandseinsätze finden in Kosovo, Bosnien, Mazedonien und Georgien statt.

Durch eine massive Mobilisierung der Friedenskräfte im Vorfeld des Irakkrieges war es möglich eine direkte Beteiligung Deutschlands an den Irakkrieg im März 2003 zu verhindern. Die indirekte Beteiligung durch die Gewährung von Überflugs- und Transportrechten fand trotzdem statt.

Südbadische Rüstungsbetriebe produzieren und exportieren Waffen bzw. Teile davon oder Rüstungs- und (zivil wie militärisch einsetzbare) dual-use Güter, die bei Kriegen zum Einsatz kommen. Menschen, die vor dem Einsatz dieser Waffen zu uns fliehen, werden oftmals menschenunwürdig behandelt oder gewaltsam abgeschoben. In Südbaden stationierte Militäreinheiten sollen zukünftig im Rahmen der deutsch-französischen Brigade in aller Welt mit Kampfhandlungen intervenieren.

Wir wollen auf die im Denken und Handeln verwurzelten und in unserer Region sichtbaren Ursachen der Mißstände aufmerksam machen und unsere Chance für einer positiven Änderung nutzen. Dazu suchen wir den internen sowie den öffentlichen Dialog mit der Bevölkerung und mit Menschen in Rüstungsbetrieben und Kasernen. In der Bewußtseinsbildung, in gewaltfreien Aktionen und kreativen Projekten sowie der eigenen Arbeitsweise wollen wir unseren Beitrag zu einer Welt ohne Waffen und Militär leisten.

Im Jahr 2003 arbeiten wir für die Beendigung aller Kampfhandlungen, kriegerische Auseinandersetzungen und Terror weltweit. Dort wo der Terror seine Wurzeln in Unterdrückung, Armut und Ungerechtigkeit hat, müssen die Ursachen beseitigt werden. Wir lehnen alle Rüstungsexporte ab und fordern insbesondere die Einstellung deutscher Rüstungsexporten an Israel und die Türkei. Wir lehnen die Entwicklung Europas zur Militärmacht und einen Waffendienst für Frauen ab. Wir unterstützen die Arbeit von zivilen Friedensfachdiensten weltweit sowie alle Bestrebungen für Abrüstung und Konversion. Wir unterstützen zivile Ansätze der Konfliktlösung durch eine gestärkte UN und OSZE, sowie der Abbau nationaler Armeen zugunsten von internationalen Polizeieinheiten unter UN-Kommando.

Mai 2003

RüstungsInformationsBüro e.V.
Stühlingerstr. 7, Postfach 5261, 79106 Freiburg, rib@rib-ev.de