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Freiburg, den 27. August 2004
in diesen Tagen begeht die Friedensbewegung gemeinsam mit GewerkschafterInnen den Antikriegstag. Grund für uns zum kritischen Nachdenken - aber auch dazu, einmal die eigenen Erfolge zu beschreiben, euch zu danken und um verstärkte Unterstützung zu bitten.
Dank der kontinuierlichen Besetzung des RIB-Büros durch unseren Mitarbeiter André Maertens konnten wir noch mehr Menschen in unsere Kampagnen- und Archivarbeit einbinden. So sind es mittlerweile mindestens fünf Menschen, die das Archiv regelmäßig betreuen. Wir können mit einem gewissen Stolz verkünden, dass wir bei RIB über das größte Archiv der Friedensbewegung zu Fragen der Rüstungsproduktion und des -exports in Deutschland verfügen!
Wir danken Ute Schäfer und Rüdiger Bienstadt, die das nunmehr mit dem RIB-Archiv zusammengelegte Archiv der Kampagne gegen Rüstungsexport bei Ohne Rüstung Leben (ORL) weiterhin aktiv betreuen. Auf Grund ihres Engagements ist die Zusammenführung der Archive und die anschließende Zusammenarbeit für alle Beteiligten so gut verlaufen. Auch danken wir Paul Russmann und Gerhart Köpf für die Mithilfe bei der Zusammenführung der Archive und die finanzielle Unterstützung durch ORL. Anne Ladwig, die einige Jahre die finanzielle Angelegenheiten des RIB geregelt hat, ist aus dem Vorstand ausgeschieden. Für ihre Tätigkeit möchten wir ihr an dieser Stelle auch herzlich danken! Viele weitere Menschen, die uns tatkräftig unterstützen, können namentlich hier nicht erwähnt werden.
Mit Ulrike Bause haben wir eine qualifizierte Fachfrau gefunden, die bereit ist, gegen geringe Bezahlung mit der Digitalisierung unseres Archivs zu beginnen. Für dieses Projekt nehmen wir auch dankend die Unterstützung und Beratung unseres Kassenprüfers Harald Thomas in Anspruch. Von der Digitalisierung versprechen wir uns, ein informatives Datenarchiv aufzubauen, das in Zukunft Fakten zu Kleinwaffen, Rüstungsexporten und Konfliktherden schnell und effektiv zugänglich macht. Außerdem gewinnen wir Platz und können das Angebot erweitern, ohne uns räumlich verändern zu müssen.
Im letzten halben Jahr unterstützten wir u.a. die Kampagne gegen den Verkauf der Hanauer Plutoniumfabrik an China, die erfolgreiche Forderung nach Asyl für den kurdischen Kriegsdienstverweigerer Turgay Coskun, die Öffentlichkeitsarbeit zur Flüchtlingsthematik sowie die Kampagnen “Abrüstung statt Sozialabbau” und “Schritte zur Abrüstung” (die Fortsetzung unserer FÜNF-Initiative). Außerdem engagierten wir uns am Aktionstag zum Beginn des Irakkrieges am 20.03.04, beim Ostermarsch, bei der Kampagne für eine Volksabstimmung zur EU-Verfassung und gegen eine Militarisierung der EU, beim Freiburger Sozialforum und bei den Aktivitäten des Islamischen Zentrums in Freiburg gegen Folter im Irak.
Wir beteiligten uns an Veranstaltungen zu Kindersoldaten mit China Keitetsi und zur Kleinwaffenproblematik mit Jürgen Grässlin, terre des hommes sowie amnesty international. Markus Bickel berichtete über die Lage im Kosovo und mit dem Carl-Schurz-Haus führten wir drei Veranstaltungen, z.B. mit Doug Hostetter, dem ehemaligen Generalsekretär des amerikanischen Versöhnungsbundes, über die Politik der USA durch. Weiteres über die Öffentlichkeitsarbeit zu friedenspolitischen Themen findet sich im Rechenschaftsbericht 2002-2003 von Ginger Edwards, der bei RIB angefordert werden kann.
Eines unserer nächsten Projekte wird sein, unseren grünen Bürgermeister Dieter Salomon davon zu überzeugen, daß er der Mayors for Peace-Kampagne beitritt. 120 deutsche Bürgermeister und das EU-Parlament haben sich bisher diesem Aufruf des Bürgermeisters von Hiroshima angeschlossen. Damit soll eine Abrüstung der weiterhin bestehenden Atomwaffenarsenale weltweit möglich werden, die auch heute eine immense Bedrohung darstellen.
Schwerpunkt unserer Arbeit aber waren und sind die Recherchen und die Aktivitäten gegen die Gewehrproduktion und den -export von Heckler & Koch in Oberndorf. Schließlich werden zwei Drittel der Kriegsopfer durch Gewehrkugeln erschossen! H&K ist der weltweit drittgrößte Gewehrproduzent und wird durch die neuen Aufträge aus den USA zur Nummer 1 aufsteigen! Aus diesem Grund haben wir auch die symbolische Schließung der Rüstungsfirma Heckler & Koch im Rahmen der Pfingstfahrradtour der DFG-VK unterstützt, bei der auf die neuen Rüstungsexporte dieser Firma aufmerksam gemacht wurde.
Bei ihrer USA-Reise ist es Ginger gelungen, wichtige Informationen
über
das neue Heckler & Koch-Waffenwerk in Columbus
in Georgia zu sammeln und Kontakte zur US-amerikanischen Kleinwaffen-
und Antimilitarismusbewegung zu knüpfen. So werden demnächst
in einer Zeitschrift der amerikanischen Friedensbewegung Informationen
zu H&K an 26 000 AbonnentInnen geschickt.
Jürgen Grässlin hat das Honorar der zahlreichen Lesungen aus seinem Buch “Versteck dich, wenn sie schießen” eingesetzt zur Gründung des DAKS-Fonds, mit dem den Opfern deutscher Kleinwaffenexporte - vor allem von H&K - Stimme und Gesicht gegeben werden soll. Mit dem Geld des DAKS-Fonds (dieser ist bei RIB angegliedert; näheres siehe H&K-Broschüre, Seite 20 f.) ist u.a. geplant, den kurdischen Lehrer Hayrettin Altun nach Deutschland einzuladen und ihn über die tausendfache Ermordung von Kurdinnen und Kurden mit dem G3-Gewehr berichten zu lassen. Zur Finanzierung von Hayrettins Deutschlandreise und weiterer Aktivitäten zugunsten der Opferthematik sind wir auch für Spenden an den DAKS-Fonds sehr dankbar! Ganz wichtig: Bitte Stichwort “DAKS-Fonds” nicht vergessen.
Inzwischen stellt RIB auch das Kontaktbüro des von uns mit gegründeten Deutschen Aktionsnetzes Kleinwaffen Stoppen (DAKS) dar. André Maertens koordiniert die Tätigkeit des DAKS und hat auch die Erstellung der Broschüre “Im Visier: Heckler & Koch” betreut. Diese findet ihr im Rundbrief anbei. Wer gezielt Exemplare an RIB-SympathisantInnen verteilen möchte, kann sie über das RIB-Büro beziehen (Tel. 0761-76 78 088 oder ribfr@breisnet-online.de).
Noch ist es uns aus finanziellen Gründen nicht gelungen, für
unseren RIB-Mitarbeiter André Maertens eine Ganztagsstelle
einzurichten. Genau dies muss unser nächstes Ziel
sein, denn ohne sein überwiegend unentgeltliches Engagement
und sein breites Wissen im Kleinwaffenbereich können wir die
Arbeit im jetzigen Umfang nicht fortsetzen!
Trotz einer Kürzung des ORL-Zuschusses um 1200 Euro (und womöglich steht eine weitere an!) konnten wir uns bisher halten, verfügen inzwischen jedoch nur noch über ein geringes Restvermögen. Unsere Finanzlage ist also nach wie vor prekär. Dabei sind auch einige Anschaffungen dringend vonnöten (neuer Kopierer, Overheadprojektor und Beamer), vor allem aber wollen wir unsere Anti-Rüstungsexportkampagne intensiv fortsetzen.
Wie ihr seht, sind wir weiterhin sehr aktiv und treten im Sinne unserer Vereinsziele für eine bessere und gerechtere Welt ein. Bekanntermaßen kostet Friedensarbeit Geld, weshalb wir uns auch um Gelder aus anderen Quellen bemühen. Insbesondere aber möchten wir euch, liebe RIB-FreundInnen, bitten, die RIB-Aktivitäten in diesem Jahr mit einer freiwilligen Erhöhung des Mitgliedsbeitrages oder einer einmaligen Spende zu unterstützen! Sehr hilfreich wäre auch, wenn ihr durch die persönliche Ansprache im Freundeskreis neue RIB-Mitglieder gewinnen könntet.
Für eure Unterstützung möchten wir euch im Voraus sehr herzlich danken.
Mit friedensbewegten Grüßen
Ginger Edwards
Jürgen Grässlin