
Freiburg, den 09.10.2002
DAKS-Sprecher Russmann und Grässlin fordern:
Friedens-, Menschenrechts- und entwicklungspolitische Gruppen haben das „Deutsche Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen“ (DAKS) gegründet. „Unser Ziel ist, durch die bessere Vernetzung und gemeinsame Kampagnen stärker gegen die weitere Verbreitung und den Export von so genannten Kleinwaffen aktiv zu werden und so deren tödliche Auswirkungen einzudämmen“, erklärte DAKS-Sprecher Paul Russmann.
„Die so genannten Kleinwaffen spielen eine entscheidende
Rolle in den fast 50 Bürgerkriegen und Kriegen“, kritisierte
Russmann. „Rund 90 Prozent aller Toten und Verletzten“
seien auf den Einsatz von Kleinwaffen zurückzuführen.
Darüber hinaus tragen Kleinwaffen im „Alltag“ vieler
Staaten häufig zu gravierenden Menschen-rechtsverletzungen
bei.“
„Mit der Gründung des Aktionsnetzes wollen wir den legalen
und illegalen Waffenhandel aus Deutschland stoppen, der weltweit
zu Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts
beiträgt“, betonte Russmann das DAKS-Ziel.
„Dass mit weltweit 7 bis 10 Millionen G3-Gewehren der Firma
Heckler & Koch
gemordet wird, ist Schuld von Bundesregierungen, die in den vergangenen
Jahrzehnten die Vergabe von 15 Lizenzen auch an Diktatoren und Scheindemokraten
genehmigt haben“, kritisierte DAKS-Sprecher Jürgen Grässlin.
„Unzählige Menschen sind zu Opfern der deutschen Rüstungsexportpolitik
geworden, für die auch der Rüstungsproduzent Heckler &
Koch massiv Mitverantwortung trägt“, warf Grässlin
der H&K-Geschäftsführung vor.
„Von der im Amt bestätigten rot-grünen Bundesregierung
fordern wir den Stopp
aller Exporte und der Lizenzvergaben für das neue Gewehr G36
und andere
Handfeuerwaffen.“ Nur dann sei gewährleistet, „dass
sich das Schlachtfest des G3 nicht mit dem G36 wiederholt“,
erklärte Grässlin. Außerdem müssten, wie angekündigt,
alle 400.000 alten G3 der Bundeswehr verschrottet werden. Der DAKS-Sprecher
kündigte Aktionen vor dem H&K-Werkstor an.
Im DAKS arbeiten im Rahmen ihrer spezifischen Mandate und eigenen
Aufgabengebiete mit:
BUKO-Kampagne „Stoppt den Rüstungsexport!“, Bremen;
Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK), Velbert; Internationale
Initiative, Köln; medico international, Frankfurt; Ohne Rüstung
Leben (ORL), Stuttgart; RüstungsInformationsBüro (RIB), Freiburg; world vision, Frankfurt, Yek-kom sowie zusätzliche
Gruppen aus dem Friedens-, Menschenrechts- und entwicklungspolitischen
Zusammenhang. Weitere Organisationen sind zur Mitarbeit eingeladen.